Renault und die Oberklasse – das ist eine echte On-off-Beziehung: Da bauen die Franzosen den Besserverdienern erst Hingucker wie Avantime oder Vel Satis und schlagen danach mit Langweilern wie Latitude oder Talisman ins andere Extrem um. Und weil beide Strategien nicht aufgehen, lassen sie es mit der Bourgeoisie dann plötzlich wieder ganz sein und beschränken sich auf das banale Bürgertum.
Bislang zumindest. Denn während sie bei uns mit dem zugegeben eleganten und ambitionierten SUV-Coupé Rafale allenfalls den kleinen Zeh ins geweihte Wasser tauchen, steigen sie im Rest der Welt mit dem Filante jetzt wieder richtig groß ein. Und das kann man bei einer Länge von 4,92 Metern durchaus wörtlich nehmen.
Renault Filante: konventionell statt krachend avantgardistisch
Offiziell erinnert Renault mit dem Namen an gleich zwei berühmte Autos aus der älteren und der jüngeren Geschichte: zum einen an den Étoile Filante, der in den 1950ern zahlreiche Tempo-Rekorde auf dem Salzsee von Bonneville in den USA gebrochen hat, zum anderen an den elektrischen Rekordwagen Filante, der gerade in Marokko 1000 Kilometer mit einer Akkufüllung und einem Verbrauch von 7,8 kWh/100 km gefahren ist.