Die medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) wird unter anderem nach Alkohol- oder Drogendelikten, bei erheblichen Verkehrsverstößen oder einem hohen Punktestand angeordnet. Sie ist Voraussetzung dafür, dass die Fahrerlaubnis neu erteilt werden kann und besteht aus mehreren Bausteinen: Neben einer medizinischen Untersuchung und je nach Fragestellung auch Laborbefunden oder Abstinenznachweisen spielt vor allem das psychologische Gespräch eine zentrale Rolle. Genau daran scheitern jedoch viele Betroffene.
"Die MPU ist kein Wissensquiz, bei dem es richtige oder falsche Musterantworten gibt", sagt Natascha Schlienz. Die Verkehrspsychologin muss es wissen, sie war fast 13 Jahre als MPU-Gutachterin im Einsatz und kennt die Bewertungsmaßstäbe der Gutachter daher aus erster Hand. "Ein MPU-Gutachter beurteilt nicht, wie sympathisch oder überzeugend jemand auftritt, sondern ob die relevanten fachlichen Kriterien erfüllt sind und die dargestellte Veränderung nachvollziehbar und stabil ist", sagt die Expertin.
"Entscheidend ist nicht die vermeintlich perfekte Antwort, sondern eine ehrliche und in sich schlüssige Auseinandersetzung mit dem eigenen früheren Verhalten. Wer dagegen versucht, dem Gutachter nach dem Mund zu reden, läuft Gefahr, unglaubwürdig oder einstudiert zu wirken." Für AUTO BILD hat die Psychologin die sieben größten Fehler während einer MPU zusammengefasst.